Michael BITTERER (1893-1973)

Vater: Georg BITTERER [1860-1924]
Mutter: Anna Kunigunde KNIER [1856-1932]

Michael BITTERER wurde 1893 in Hermannshof als viertes Kind von Georg und Kunigunde geboren. Seine Kindheit hat er vermutlich in Hermannshof verbracht, zur Schule ging er im etwa 2km entfernten Pappenberg. Bei der Kommandantur in Grafenwöhr bekam er eine Anstellung als Waldarbeiter. Er lebte zuerst in Zissenhof und in Ziegelhütte, dann auch in Pappenberg, dort war er auch Bürgermeister und Standesbeamter. Um 1930 erbaute er in Pappenberg das Haus 41. Im Jahr 1936 musste die Familie wie alle anderen auch die Region verlassen. Die meisten Pappenberger zogen nach Wolfskofen um, da aber seine Frau Amalie als Hebamme eine freie Stelle brauchte zog die Familie nach Kelheim um. Michael arbeitete dort bei der Zellstoff-Fabrik und wurde dort Werkmeister. Er verstarb 1971 in Kelheim und wurde dort auch beigesetzt.

1893 - Geburt in Hermannshof

28. Juni 1893

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute der Persönlichkeit bekannt der Gütler Georg Bitterer, wohnhaft zu Hermannshof, katholischer Religion und zeigte an, daß von der Kunigunde Bitterer geborene Knier, seiner Ehefrau, katholischer Religion, wohnhaft bei ihm zu Hermannshof, in seiner Wohnung am achtundzwanzigsten Juni des Jahres tausend acht hundert neunzig und drei, nachmittags um fünf Uhr ein Kind männlichen Geschlechts geboren worden sei welches den Vornamen Michael erhalten habe.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben: Georg BItterer

Der Standesbeamte Danzl

Quelle: StA Pappenberg, Geburtsbuch

1893 - Taufe in Pappenberg

Bitterer Michael, Vater: Georg Bitterer, Gütler, Hermannshof 5, Mutter: Kunigunge geb. Knier, Gütlerstochter v. Hermannshof
geboren 18. Jun nachm. 5 Uhr, getauft 29. Juni 1893 in Pappenberg
Pate Michl Knier, Gütler von Grünhund

Quelle: BZAR Pfarrei Pappenberg, Bd. 5R S 142

Schulbildung

Über die Schulbildung von Michael BITTERER habe ich keine Unterlagen gefunden. Vermutlich ist er in Pappenberg zur Schule gegangen.

Quelle: Keine

1913 - Militärdienst

Michael BITTERER ist bei dem 6. Feldartillerie-Regiment am 22.10.1913 in den Militärdienst eingetreten.

Er diente bis zur Mobilmachung am 02.08.1914 bei den 2. berittenen Pferdewärter der bayer. Artillerie Kommandatur 05

Quelle: Bayerisches Hauptstaatsarchiv München; Abteilung IV Kriegsarchiv. Kriegstammrollen, 1914-1918; Volume: 12789. Kriegsstammrolle
Fundort: Ancestry

Kriegsstammrollen

1918 - Trauung mit Amalie SPECKNER

25. Mai 1918

Michael BITTERER wurde in der Pfarrkirche zu Eschenbach mit Amalie SPECKNER getraut

Quelle: Kirchenbuch Pappenberg, Band 5R*, Seite 142
Fundort: Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg

1918 - Geburt des Sohns Franz

Im 3. August 1918 wurde der erste Sohn Franz BITTERER in Netzart im Thal, dem Heimatort seiner Mutter Amalie SPECKNER geboren.

1921 - Geburt des Sohns Erhard

Am 27. Juni 1921 wurde der zweite Sohn Erhard BITTERER geboren.

1923 - Geburt des Sohn Georg

Am 13. Februar 1923 wurde der dritte Sohn Georg BITTERER geboren.

1929 - Hausbau in Pappenberg

Michael seine Frau Amalie bauen 1929 ein Haus auf einem Grundstück, das sie im Vorjahr gekauft haben.

In dem Grundsteuerkataster des Amtsgerichts Eschenbach / Finanzamt Weiden wird für die Steuergemeinde Pappenberg erstmalig am 30. August 1930 ein Eintrag für die Hausnummer 41 erstellt. Michael BITTERER und seine Frau Amalie sind jeweils Miteigentümer zur Hälfte eines Grundstücks mit 0,147 Hektar bzw. 0,43 Tagwerk

1931 - Geburt des Sohnes Hubert

Am 6. Oktober 1931 wurde der Sohn Hubert BITTERER in Pappenberg geboren.

1936 - Bewertung des Hauses Pappenberg 41

Der Ort Pappenberg wurde auf behördliche Anordung wie viele andere Orte in der Umgebung in den Jahren 1936-1938 geräumt. Die Nationalsozialisten planten eine Aufrüstung der Wehrmacht. So wurde der Truppenübungsplatz Grafenwöhr auf eine mehrfache Größe erweitert und viele Ortschaften abgesiedelt. Für dieses Vorhaben wurde extra eine eigene Gesellschaft gegründet, die Reichsumsiedlungsgesellschaft (RUGES).

Niederschrift

Über das am 11.8.1936 besichtigte Anwesen der Forstarbeiterheheleute Michael Bitterer und Amalie geb. Speckner in Pappenberg Hs. Nr. 41, Miteigentümer jeweils zur hälfte.

Der Gesamtbesitz liegt an der Hauptstraße nach Hermannshof 7,8 km von Stadt Eschenbach, 6 km von Bahnstation Stegenthumbach entfernt.

Lebendes Inventar 3 Ziegen, totes Inventar ausreichend.

Schulden: Bayer. Landessiedlung München Hypothek v. 16.09.1929 3.450 RM
Stadtsparkasse Eschenbach: Grundschuld 1.000 RM

Einkommensverhältnisse: Bitterer ist z. Zt 43, seine Frau 40, die Buben 18, 15, 13 und 5 Jahre alt. Der ältere ist Schusterlehrling, der zweite besucht das hum. Gymnasium in Amberg und ist in der 4. Klasse, die beiden anderen sind zu Hause. Bitterer ist Bürgermeister und verdient als solcher 380 RM jährlich. Als Gemeindeschreiber RM 250, als Standesbeamter für die Gemeinden Pappenberg, Höhenberg und Leutzenhof 100 RM. Im Hauptberuf ist er Forstarbeiter und verdient das ganze Jahr hindurch 45 RM bis 50 RM pro Woche. Die Frau ist Hebamme und verdient jährlich ca. 1.400 RM berechnet nach durchschnittlich 40 Geburten a 35 RM.

Als Forstarbeiter ist Bitterer bereits seit 1910 bei der Kommandantur in Grafenwöhr beschäftigt. Er ist Pflichtmitglied der Zweckversorgungsanstalt des Reiches und der Länder. Diese gewährt im Falle der Invalidität oder des erreichten 65. Lebensjahres eine höhere Rente, als die Invalidenversicherung sonst gewährt.

Bitterer wünscht weiter bei der Kommandantur beschäftigt zu werden, damit er all diese Vorteile nicht verlustigt geht. Der Eindruck der Familie Bitterer ist gut. Die Leute sind fleissig und strebsam.

Eschenbach, den 19. August 1936

Taxator Wild, Dr. Frey

Quelle: Staatsarchiv Amberg, RUGES Akten

1936 - Umzug nach Kelheim

Michael BITTERER zog 1936 mit seiner Familie nach Kelheim in Niederbayern um. Sie wohnten in einem Haus in der Hafnergasse.

1971 - Tod in Kelheim

Michael BITTERER stirbt in Kelheim am 1. November 1971 im Alter von 78 Jahren.

1971 - Beerdigung in Kelheim

Michael BITTERER wurde auf dem alten Friedhof in Kelheim beerdigt. Der Friedhof wurde später für Beisetzungen geschlossen, deswegen ist das Grab auch heute noch erhalten.


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