Woher stammt die Familie BITTERER?

Mein Vater stammte aus Pappenberg, einem kleinen Ort in der Oberpfalz. Über diesen Ort wusste ich nicht viel, es hiess immer nur "alle mussten wegziehen und jetzt ist da ein Truppenübungsplatz".

Ich habe mich vor Jahren auf die Suche gemacht und versucht, mehr über diesen Ort herauszubekommen. Pappenberg war ein kleiner Ort mit einer damals durchaus bekannten Wallfahrtskirche. Er lag am Rand des Truppenübungsplatzes aus der Zeit des Königreichs Bayern, viele Bewohner der umliegenden Ortschaften arbeiteten auf dem Platz. Die Nationalsozialisten beschlossen eine Aufrüstung der Wehrmacht und eine Erweiterung des Truppenübungsplatzes. So wurden zahlreiche Ortschaften geräumt, die Bewohner in den Jahren 1936 bis 1938 umgesiedelt. Die Reste des Ortes liegen in der "impact area" und können normalerweise nicht besucht werden.

Anlässlich der 80-jährigen Erweiterung des Truppenübungsplatzes wurde 2018 eine Sonderfahrt nach Pappenberg durch das Militärmuseum Grafenwöhr organisiert. So hatte ich endlich Gelegenheit, den Ort zu besuchen. Und jetzt liegt bei mir ein kleiner Bruchstein, moosbewachsen und verwittert. Er stammt von dem Elternhaus meines Vaters.

Aus dieser Suche entstand zwangsläufig eine Suche nach den eigenen Wurzeln. Ich habe mit diesem Vorhaben viel zu spät begonnen, die meisten Menschen aus dieser Zeit sind mittlerweile verstorben. So musste ich mich durch Dokumente in Archiven informieren, bei den Ämtern um Kopien von Urkunden anfragen und in Kirchenbüchern suchen - persönliche Kontakte zu finden war schwierig.

Der Ursprung der Familie BITTERER liegt irgendwo in Böhmen, im heutigen Tschechien. Meinen eigenen Familienzweig konnte ich durch Nachweise belegt zurückverfolgen bis zu Johann BITTER, der 1797 in Pressath die Maria Elisabetha WAGNER heiratete. In der Urkunde wird sein Geburtsort mit "Gutschau in Böhmen" angegeben, sein Vater wird dort als  "Jois" angeben, er ist der älteste Vorfahre der Familie, den ich finden konnte. Zu ihm konnte ich aber noch keine Urkunden finden. Im gleichen Jahr wurde auch deren Sohn als der vermutlich erste BITTERER in der Oberpfalz geboren - Johann Wolfgang BITTERER wurde in Bärnwinkel geboren und in Pressath getauft.

Der Ort Gutschau ist nicht eindeutig zu identifizieren. Man muss wissen, dass die einfachen Leute damals weder lesen noch schreiben konnten. Bei Geburten, Hochzeiten und Todesfällen wurde dem Pfarrer die Daten mündlich gegeben, er hat dann eben aufgeschrieben was er verstanden hat. So vermute ich, das es sich bei dem Ort Gutschau um Gottschau handelt, heute ist sein Name Kocov und er gehört zu der tschechischen Republik. Aber genau wie bei dem Ortsnamen habe ich das Problem mit dem Familiennamen. Der Pfarrer damals hat bereits den Namen als BITTER eingetragen. In späteren Dokumenten schreiben wir uns BITTERER, aber ich habe auch PITTER und BITTNER gefunden - in einer Geburtsurkunde ist sogar der Name PITRO eingetragen - mit einem späteren gerichlichen Vermerk, der Name wäre BITTERER - und einem zweiten Vermerk, das der Name PITRO doch verwendet wird. Der oberpfälzer bzw. böhmische Dialekt war wohl schlecht zu verstehen.

Ich habe die Kirchenbücher von Gottschau mehrfach gesichtet. Aber ohne ein Geburtsdatum von Jois komme ich nicht weiter.

Bei meiner Suche habe ich viele BITTERERs gefunden, zu denen ich keine verwandschaftliche Verbindung ziehen kann. In den böhmischen Ortschaften Galtenhof, Paulusbrunn, Eger usw. - alle in der Region Pilsen gelegen - gab es einen großen Familienzweig. Nach 1945 mussten viele ihre Heimat verlassen und siedelten sich im grenznahen Gebiet bei Tirschenreuth an. Ich bin recht sicher, das wir irgendwie verwandt sind, aber die Verbindung kann ich nicht finden. Und der Weg von Johann, der vor 1800 von Gottschau nach Pressath übergesiedelt ist führte mitten durch diese Region hindurch - vermutlich hat er die Verwandtschaft dort sogar besucht.

Ich erfasse diverse getrennte Stammbäume. Mein primäres Suchfeld ist der Zweig meines Vaters in der Oberpfalz. Dieser Zweig ist am weitesten dokumentiert und belegt. Die weiteren Stammbäume, wie der mütterliche Zweig in Niederbayern oder auch der Stammbaum meiner Frau am Bodensee benötigt noch weitere Bearbeitung, ist noch nicht veröffentlicht.

Bauer/Graf/...

Der mütterliche Familienzweig in Niederbayern

Böttcher/Müller/...

Die Familie meiner Frau vom Bodensee

 

Ich suche...

Natürlich suche ich zuerst Familienfotos, Dokumente, Unterlagen, Ahnenpässe, Urkunden - alles kann der Suche nach weiteren Familienmitgliedern dienen. Aber ich suche auch alte Fotos der verlassenen Orte, die heute im Bereich des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr liegen. Es geht hauptsächlich um die Orte Pappenberg, Hermannshof, Leuzenhof und Erlbach. Vermutlich hat die Familie auch in Ziegelhütte oder Zissenhof vorübergehend gewohnt. Aber auch Fotos von anderen Orten interessieren mich sehr.

Ich scanne alle Unterlagen und archiviere sie so digital. Auf dem Computer lassen sie sich recht einfach katalogisieren und verschlagworten. Alte Fotos scanne ich hochauflösend und bearbeite sie auf dem Computer. Dadurch kann ich bei vielen Fotos eine erhebliche Verbesserung erzielen und auch Beschädigungen reparieren.

Alle Unterlagen verbleiben bei ihrem Besitzer, ich benötige sie nur kurze Zeit. Ich komme gerne mit Laptop und Scanner vorbei.

Woher kommt der Name BITTERER?

Ich habe verschiedene Ansätze gefunden, woher unser Familienname kommt.

Patronymische Bildung mit dem Suffix -er zum alten tschechischen Rufnamen Pítr, einer Variante des im Deutschen als Peter bekannten Rufnamens; auch Übername mit dem Suffix -er zu mittelhochdeutsch bitter, bittere (bitter, herb) nach der Wesensart des ersten Namenträgers für jemanden mit einer bitteren, herben Gemütsart

Quelle: deutsche-nachnamen.de

Hochzeitslader, Totenfeierlader, Umlader (Südd., Sachsen)

Quelle: lessner-ahnenforschung.com

 


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